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Das internationale HTTP

Das HTTP dient hauptsächlich zur Verwaltung von Kommunikationen zwischen dem Kunden und dem Server, um dem ersteren die Anforderung von Dokumenten und dem letzteren deren Beantwortung durch die Übermittlung der angeforderten Dokumente sowie ausreichender Meta-Informationen zu ermöglichen, so daß der Kunde diese richtig interpretieren kann. Es ist außerdem wünschenswert, daß diese Anforderungen auch Meta-Informationen enthalten, da die Interpretation dieser Informationen, dem Server die effektivere Erfüllung der Anforderungen ermöglicht.

Obwohl das HTTP schon seit 1990 als Grundprotokoll für das WWW im Gebrauch ist, gibt es bis heute (Juni 1996) noch keine offizielle HTTP-Norm. Die Version 1.0 des Protokolls wird zwar in RFC 1945 beschrieben, ist jedoch keine Norm, sondern nur ein Informationsdokument. Die Diskussionen zur Freigabe der als Norm gestalteten Version 1.1 sind jedoch glücklicherweise nahezu abgeschlossen.

Der charset Parameter

Zur Übermittlung von Meta-Informationen zwischen dem Kunden und dem Server verwendet das HTTP sowohl für Anforderungen als auch für Antworten MIME-Vorsätze. Die zweifelsohne wichtigste Zeile des Vorsatzes von Antworten auf Anforderungen wird als Content-Type (Inhaltstyp) bezeichnet; sie gibt dem Kunden Aufschluß über die Art der vom Server übermittelten Daten, z.B. HTML-Text, Klartext, GIF-Image, AU Sound, etc.

Die richtige Interpretation von Textdaten bedarf jedoch der Kenntnis der zusätzlich zu den grundsätzlichen Informationen verwendeten Zeichencodes. Dazu verfügt der MIME-Vorsatz über den charset Parameter (charset steht für Character Set d.h. Zeichensatz); dieser Parameter wird dem Typ in der Content-Type (Inhaltstyp) Zeile angehängt.

Das Web macht jedoch leider selten Gebrauch von diesem Parameter. Dies liegt daran, daß das Web anfänglich nur die ISO-Norm 8859-1 verwendet hat und dieser Zeichensatz zum impliziten Code wurde; in der RFC 1945 wurde


Forts.

er sogar als solcher bezeichnet. Die europäischen und amerikanischen Entwickler von HTTP Serversystemen fanden die ISO 8859-1 ausreichend und haben ihn deshalb erst gar nicht implementiert. Trotz der RFC 1945 ist die ISO 8859-1 jedoch heute kein impliziter Code mehr; und da kein neuer Code festgelegt wurde, gibt es heute keinen echten Code mehr, selbst wenn viele im Gebrauch sind.

Wollen wir hoffen, daß die neue HTTP-Norm 1.1 diesen de facto Zustand erkennt und den charset Parameter zur allgemeinen Pflicht macht.

Sprachenaushandlung

Die Sprachenaushandlung ist einer der Aspekte der inhaltsbezogenen (Content-Type) Aushandlung - dieses HTTP-Konzept ist schon seit langem im Gespräch. Es basiert auf der Idee, daß ein Dokument in vielen Sprachvarianten, -formaten bzw. -codes existieren kann. Zur Angabe seiner Fähigkeiten und/oder Präferenzen stehen dem Kunden besondere Vorsatzzeilen zur Verfügung, die vom Server zur Auswahl der von allen Varianten am besten geeigneten Version verwendet werden.

Diese Idee wurde zwar mit der vorliegenden Version 1.0 (RFC 1945) aufgegeben, wird aber in der neuen HTTP-Norm 1.1 wieder aufgegriffen. Aber wie so oft beim W3 (WWW), können die Normen mal wieder mit der Realität nicht Schritt halten: es gibt bereits zahlreiche Browser und Server, die allgemeine inhaltsbezogene (Content-Type) Aushandlungen, insbesondere aber Sprachenaushandlungen, ermöglichen.

Auf dem Weg durch mehrsprachige Sites bietet die Sprachenaushandlung viele Vorteile. Der Kunde erhält die gewünschte Version direkt. Dadurch wird Zeitverschwendung vermieden. Er braucht sich nicht mehr die vielen Seiten von oft schlecht zu begreifenden oder gar unverständlichen Informationen zu kämpfen, um die gewünschte Sprache für die Hyperlink-Verbindung zu finden.







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